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Göttinnenperspektive

Göttinnenperspektive ist ein eher spielerisch-ironischer Ausdruck für die Darstellung aller Ereignisse in und mittels verschiedener Erzählstränge, die  den Zuschauern einen vollständigen Überblick liefert, den die Figuren nicht haben. Der Begriff wurde als deutsche Übersetzung einer Formulierung Tania Modleskis etabliert, die sie als Blickpunkt der „idealen Mutter“ ausgewiesen hatte - ausgehend davon, dass Frauen es in ihrer Sozialisation gelernt haben, sich für alle sozialen Probleme in ihrem Nahfeld verantwortlich zu fühlen; Frauen wird es danach nahegelegt, die sozialen Prozesse im Blick und nach Möglichkeit unter Kontrolle zu haben. Weil die Ominpräsenz der Perspektiven in der Soap-Opera – so Modleskis Argument – den Zuschauern diesen weiten Überblick über das Geschehen gewährt, kommt sie einem elementaren sozialen Bedürfnis weiblicher Zuschauer entgegen.

Literatur: Modleski, Tania: Loving with a Vengeance. Mass-Produced Fantasies for Women. Hamden, CT: Archon / London: Methuen 1982.