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Guerilla

span. = kleiner Krieg; bezeichnet den Kampf irregulärer einheimischer Truppen oder bewaffneter Gruppen gegen eine feindliche Armee, gegen eine Besatzungsmacht oder gegen die eigene Regierung; der Guerilla- oder Partisanenkrieg ist eine seit den Napoleonischen Kriegen weitverbreitete Kriegsform

Motiv im dokumentarischen und fiktionalen Film, das auf vielfältige Weise umgesetzt worden ist. Das Spektrum ist breit und reicht vom experimentellen Dokumentarfilm über das Dokuporträt (Ernesto ‚Che‘ Guevara…, 1994, Richard Dindo) bis hin zu Biopics, Kriegsromanzen (The Madonna and the Dragon, 1989, Samuel Fuller) und Satiren (Bananas, 1971, Woody Allen). Wie im Fall des Kriegs kann dem Guerillamotiv eine prekäre Faszination eignen, besonders wenn es als explizites Kriegsgeschehen auf der Leinwand ausformuliert ist und sich die Schauwertigkeit von Kampfszenen zu Nutze macht. Gelegentlich ist eine problematische Tendenz zur Romantisierung und Heroisierung einzelner Guerilleros und Guerilleras oder ganzer Revolutionen zu beobachten. Herbere Varianten verzichten dagegen auf Schönfärberei und beziehen stattdessen auch die sozialen und wirtschaftlichen Schattenseiten der Guerilla mit ein oder erzählen von der Eigendynamik einer Bewegung, die sich rasch in Terrorismus verwandeln kann. Zahlreiche reale Guerillakriege bilden die historische und dramatische Folie für eine ganze Anzahl von Filmen – der Kampf der Kommunisten gegen die japanische Besatzung Chinas, der Krieg der Vietcong gegen französische und später amerikanische Truppen, der Widerstand der algerischen FNL gegen die französische Kolonialherrschaft. Auch ist die Bewegung der südamerikanischen Stadtguerilla gegen die Militärregimes in Uruguay, Argentinien und Brasilien Gegenstand des Films gewesen (L‘Etat de Siège, 1973, Konstantin Costa-Gavras; O Que E Isso, Companheiro?, 1997, Bruno Barreto) ebenso wie die italienische Stadtguerillero-Bewegung ‚Brigate rosso‘ (Buongiorno notte, 2003, Marco Bellocchio).
 

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