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gunfighter movie

dt. etwa: Revolverheld-Film

In den Gunfighter-Filmen, die dem Genrekreis des Western zugehören, stehen Revolverhelden im Zentrum der Handlung. Selbst meist Kriminelle oder Gesetzlose, ruhelos im Westen herumziehend, gelegentlich als Marshalls oder Sheriffs beschäftigt, aber auch als Spieler, übernehmen sie oft die Rolle desjenigen, der bürgerlichen Gemeinwesen, die von Gangstern oder skrupellosen Viehbaronen terrorisiert werden, zu Recht und Ordnung verhilft. Sie verkörpern in diesem Einsatz für die Allgemeinheit die heroische Position, dass soziale Gerechtigkeit ein elementarer Wert ist und dass der Konflikt zwischen Gesetz und Gesetzlosigkeit auf jeden Fall ausgetragen werden muss; paradoxerweise gehören sie aber selbst nicht dem Lager der Bürgerlichen an. Filme wie The Gunfighter (1950, Henry King), Shane (1953, George Stevens) – der den Revolverhelden zu einer fast sakralen Figur anhob –, Last of the Fast Guns (1958, George Sherman) oder No Name on the Bullet (1959, Jack Arnold) stellten das Motiv in vielen Variationen vor, fast immer in einem finalen Schusswechsel endend. Noch der Spätwestern Unforgiven (1992. Clint Eastwood) greift melancholisch und resignierend auf die Gunfighter-Konstellation zurück.

Literatur: Eisfeld, Rainer: Myths and Realities of Frontier Violence. A Look at the Gunfighter Saga. In: Journal of Criminal Justice and Popular Culture 3,5, 1995, S. 105-131. – Ling, Lynette Tan Yeun: Gunfighter Gaps. Discourses of the Frontier in Hollywood Movies of the 1930s and 1970s. Ph.D. Thesis, Sheffield Hallam University 1997. – Slotkin, Richard: Gunfighter Nation. The Myth of the Frontier in Twentieth‑Century America. Norman: University of Oklahoma Press 1998, pt. 4.
 

Referenzen