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ikonische Bildcluster

Der Fachbegriff der ikonischen Bildcluster umfasst einerseits einen Terminus, der eine Gruppe  ähnlicher, zusammenhängender Bilder bezeichnet, sowie andererseits eine methodische Zugangsweise, um eine Gruppe von Bildern nach ikonischen Zusammenhängen untersuchen zu können. Cluster ist ein ursprünglich aus den Naturwissenschaften kommender Begriff, der eine Gruppe an Objekten umfasst, die über ähnliche Eigenschaften verfügen. Als Clusteranalyse eingeführt in den Bereich der empirischen quantitativen Sozialforschung, bietet sie verschiedenen Fachbereichen und Zugangsweisen die Möglichkeit, aus einer Vielzahl von Daten eine Struktur herauszufiltern.
Die modellhafte Vorstellung ikonischer Bildcluster wird herangezogen, um zusammenhängende und/oder 'benachbarte' Bilder zu bezeichnen. Diese werden durch einen thematischen Kern bzw. einen roten Faden zusammengehalten. Der Zugang über den Terminus der ikonischen Bildcluster ermöglicht es, bei der Betrachtung die Kontexte der Bilder und ihr 'nachbarschaftliches' Verhältnis zueinander mitzudenken sowie mitzuanalysieren, da der jeweilige Bildkontext berücksichtigt und betrachtet wird.  Der Begriff wurde von Knut Hickethier und Gerhard Paul in den Bereich der visuellen Bildformate eingeführt und ermöglicht es, wiederkehrende Motive zu fassen, die sich jedoch nicht in einem separierbaren (Einzel-)Bild bündeln lassen. Diesem Verständnis nach sind sie in die Nähe der Motivikonen zu setzen, die sich jedoch über die motivische Ähnlichkeit des Bildes auszeichnen, während es bei den ikonischen Bildclustern zentraler um ihre zusammenhängende Kontextualisierung geht. Entgegen vieler Auslegungen, können ikonische Bildcluster somit durchaus ebenso eine einzelne Ikone beinhalten bzw. sich um eine solche herum bilden und sie sozusagen 'unterfüttern'. Auch ist der Terminus nicht nur für stills aus Bewegtbild-Abfolgen (audiovisuelle Formate) nutzbar, sondern kann, wie Richard zeigt, auch im Rahmen einer Fluktuation bezüglich der Viralität eines Bildes bspw.  im worldwideweb gewinnbringende Erkenntnisse ermöglichen.

Literatur: Hickethier, Knut: Die Bilder der Tagesschau. Die Mutter der bundesdeutschen Nachrichtensendungen. In: Gerhard Paul (Hrsg.): Das Jahrhundert der Bilder. [Bd.2: 1949 bis heute]. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 2008, S. 170-177. – Paul, Gerhard (2008): Der Bilderatlas. Ein Streifzug durch unser kulturelles Gedächtnis. In: Ders. (Hrsg.)(2008): Das Jahrhundert der Bilder. [Bd.2: 1949 bis heute]. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2008, S. 9-13. – Richard, Birgit [...]: Flickernde Jugend – Rauschende Bilder. Netzkulturen im Web 2.0. Frankfurt: Campus 2010. – Stöckl, Hartmut: Die Sprache im Bild – das Bild in der Sprache. Zur Verknüpfung von Sprache und Bild im massenmedialen Text. Berlin/New York: de Gruyter 2004.

Referenzen