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Impulsfilm

im Dt. heute eher ungebräuchlich; neuerdings oft engl.: trigger film

Mit den verhaltenstherapeutisch motivierten Impulsfilmen soll ein so hohes Involvement von Zuschauern erreicht werden, so dass sie nach der Besichtigung Einstellungen und Verhaltensweisen ändern. Impulsfilme sind selten länger als vier Minuten. Sie porträtieren einzelne Problemsituationen, konzentrieren sich dabei auf die Motivationen des Protagonisten. Sie kalkulieren mit einem kognitiven Schock-Moment, das Katalysator für ein Nachdenken des Zuschauers über sich selbst sein soll. Sie sind realistisch motiviert, reduziert auf essentielle Information und enden meist an einem Punkt, an dem das Problem noch nicht erledigt ist und alternative Lösungen möglich scheinen. So wird der Zuschauer unter den Druck der Gestaltergänzung gesetzt, muss die offenen Möglichkeiten durchspielen. Darum auch sind Impulsfilme für einen Einsatz in Gruppendiskussionen bestens geeignet. Impulsfilme sind über den Einsatz in Schulen und Hochschulen hinaus im therapeutischen Feld eingesetzt worden (Gerontologie, Drogentherapien, geistige Behinderung, Zahnpflege-Erziehung, sogar in der Bibliothekswissenschaft). Neben Problemen des interpersonellen Verkehrs (wie etwa ‚Mogeln in der Schule‘), der Hygiene und der Sicherheit sind auch moralische und politische Konfliktkonstellationen (etwa im Umgang mit Ausländerfeindlichkeit) in Filmform ausgearbeitet worden. Impulsfilme artikulieren kein eigenes Urteil, überlassen es dem Zuschauer oder Zuschauergruppen, die Quintessenz aus dem Gesehenen zu ziehen. Die Wirksamkeit von Impulsfilmen ist umstritten. So haben Studien auch gezeigt, dass die Implikation von Trigger-Filmen nicht so sehr die positiven moralischen Werte betreffen als vielmehr die sozialen Sanktionen, die Verhaltensweisen zeitigen.

Literatur: Fish, A.L.: The Trigger Film Technique. In: Improving College and University Teaching 20,4, 1972, S. 286-289. – Newren, Edward F.: The Trigger Film. Its History, Production, and Utilization. URL: http://www.eric.ed.gov/ERICDocs/data/ericdocs2sql/content_storage_01/0000019b/80/39/58/df.pdf. – Queis, Dietrich von / Zuber, Ortrun: Der Trigger-Film im Hochschulunterricht. Ein Werkstatt-Bericht. Hamburg: Hochschule der Bundeswehr 1979.