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Inneres Sprechen

selten: stille Rede; gelegentlich: innerer Monolog; frz.: parole intérieure; lat.: verbum mentis; engl.: quoted monologue

Die innere geistige Tätigkeit, bei der der Akteur äußerlich schweigt, wird „inneres Sprechen“ genannt. Im Film gilt sie als eine der Möglichkeiten, subjektive Dimensionen des Geschehens auszudrücken; sie gilt aber auch als theaterhafte oder – in der Ausweitung als Mittel der Darstellung des Bewusstseinsstroms“ (stream of consciousness) – literarische Technik und wird selten eingesetzt. In aller Regel ist sie dann als Voice-Over, als „innere Stimme“ des Handelnden realisiert (Ausnahmen sind das Selbstgespräch, das – möglicherweise belauschte – Diktat auf Diktiergerät und ähnliches mehr). Das Ich des inneren Sprechens ist das Akteurs-Ich. Inneres Sprechen begleitet und kommentiert das Geschehen, übernimmt nicht die Rolle des Erzählers, das unterscheidet es von der Voice-Over-Erzählung. Inneres Sprechen ist handlungs- und szenengebunden. Wenn es eingesetzt wird, dient es dazu, abweichende oder heimliche Elemente der agierenden Figur hörbar zu machen. Oft ist es durch Verwendung des Imperfekts in klare Distanz zum Jetzt der Szene gesetzt, wird so zwischen Voice-Over-Erzählung und innerer Stimme angesetzt.

Literatur: Cohn, Dorrit: Transparent minds. Narrative modes for presenting consciousness in fiction. Princeton, N.J.: Princeton University Press 1978. Repr. 1983. Frz. 1981. – Egger, Victor: La parole intérieure. Paris: Baillière 1881. – Lucius, Falk J.: 20 Jahre "Transparent minds". Dorrit Cohns Beitrag zur Theorie der Erzählung. Frankfurt (Oder): Viademica-Verlag 1998.

Referenzen