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Intersektionalität

von engl.: intersection = Schnittpunkt, Schnittmenge

Als Intersektionalität wird eine Ausprägung der Alteritätsforschung bezeichnet, die sich nicht auf die vor allem behandelten Kerndifferenzen von Geschlecht, Ethnizität und Schichten- oder Klassenzugehörigkeit beschränkt, sondern auch Alter, Religion bzw. Konfession, Behinderung, sexuelle Orientierung oder regionale Herkunft als Differenzkategorien reflektiert und in die Untersuchung einbezogen. Es geht nicht nur um „intersektionelle Diskriminierung“, wenn eine Person wegen verschiedener zusammenwirkender Persönlichkeitsmerkmale zum Opfer von Diskriminierung wird, sondern auch um die Darstellung derart heterogener Unterschiedskategorien in Figuren des Films (und anderer Medien), um die Herstellung von innergesellschaftlicher Differenz und um den historischen Wandel dieser Kategorien und ihrer Kombinatorik.

Literatur: Bührmann, Andrea: Intersectionality. Ein Forschungsfeld auf dem Weg zum Paradigma? Tendenzen, Herausforderungen und Perspektiven der Forschung über Intersektionalität. In: Gender. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft 2, 2009, S. 28-44. – Bedekovi_, Nataša / Kraß, Andreas / Lembke, Astrid (Hrsg.): Durchkreuzte Helden: Das ,Nibelungenlied‘ und Fritz Langs Film ,Die Nibelungen‘ im Licht der Intersektionalitätsforschung. Bielefeld: Transcript 2014. – Knüttel, Katharina / Seeliger, Martin (Hrsg.): Intersektionalität und Kulturindustrie. Zum Verhältnis sozialer Kategorien und kultureller Repräsentationen. Bielefeld: Transcript 2011. – May, Vivian M. / Ferri, Beth A.: „I‘m a Wheelchair Girl Now“: Abjection, Intersectionality, and Subjectivity in Atom Egoyan's The Sweet Hereafter. In: Women's Studies Quarterly 30,1/2, 2002, S.  131‑150.