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Isotopie / Isotopische Beziehungen

Das Modell der Isotopien entstammt der Texttheorie Greimas‘ und soll dort die semantische Homogenität und die thematische Kohärenz von Texten beschreiben. Isotopische Beziehungen basieren auf den drei einfachen formalen Prinzipien der Gleichartigkeit, der Verschiedenheit und der Rekurrenz: (1) Die Elemente, die das Isotop konstituieren und ausdrücken, sind gleichartig, zeigen gemeinsame Merkmale, sind der gleichen Klasse zugehörig; (2) sie sind verschieden und variieren im Rahmen der Klasse, der sie angehören; (3) sie treten wiederholt auf. Ein einfaches Beispiel eines Isotops sind Kontrastmontagen. Wenn z.B. Szenen aus dem Leben der Reichen mit Szenen aus dem Leben der Armen kontrastieren, wird einer Struktur gefolgt, die mehrschichtig ist und verschiedene Strukturforderungen einlöst: Alternation der Grundkategorie („reich/arm“) – paarweises Auftreten eines Realisierungsthemas („Essen“; „Kleidung“; „Feste feiern“; „Kinderspiel“; etc.) – wiederholtes Auftreten von Kategorie und Thema.

Literatur: Rastier, François: Systématique des Isotopies. In: Essais de sémiotique poétique. Ed. par Algirdas Greimas. Paris: Larousse 1972, S. 80-105. Dt.: Systematik der Isotopien. In: Lektürekolleg zur Textlinguistik. 2. Hrsg. v. Werner Kallmeyer [...]. Frankfurt: Athenäum 1974, S. 153-190.