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Jidai-geki

Von japanisch jidai ‚etwas Gestriges, Altmodisches‘ + geki ‚Theater, Dramatisierung, Spielfilm‘ = ‚historisches Drama‘, auch: ‚Filme über vergangene Zeiten, Periodenfilme‘

Das Jidai-geki genannte Genre des japanischen Historienfilms umfasst Filme aus bestimmten historischen Epochen vor 1868 – danach spricht man von Gendai-geki – und teilt sich thematisch auf in Sengoku-jidai (Filme, die sich zeitlich mit der sogenannten Sengoku-Zeit von 1467-1568 beschäftigen), Ken-geki, die Schwertkämpfe zeigen und auf die Bewegung des ‚neuen nationalen Theaters‘ (Shinkoku-geki) der frühen 1920er Jahre zurückgehen, sowie in Filme über umherziehende Gangster(banden) (Yakuza-geki). Die alten poetischen Nô-Spiele und das dramatische Kabuki-Theater haben ebenfalls Einfluss auf das Jidai-geki gehabt.
Ein immer wieder bearbeitetes Motiv ist dabei der introvertierte Samurai, ein Angehöriger der Kriegerkaste, der im 17. Jahrhundert als arbeitsloser, umherziehender Ronin zum Problem für die japanische Gesellschaft wird. Der Kurosawa-Schauspieler Toshiro Mifune hat diese Rolle mit höchster Perfektion ausgestaltet.
Akira Kurosawas Samurai-/Ronin-Filme, die alle eine deutlich mythische Ausrichtung haben, sind die im Westen wohl bekanntesten Werke im Jidai-geki, u.a. Rashomon – Das Lustwäldchen (1950), Shichinin no samurai [Die sieben Samurai] (1954) sowie und die ins japanische Mittelalter transponierten Shakespeare-Bearbeitungen Kumonosu-jo [Das Schloß im Spinnwebwald] (1957) und Kagemusha – Der Schatten des Kriegers (1980). Einige Liebesgeschichten im Jidai-geki von Kenji Mizoguchi haben ebenfalls Weltruhm erlangt.

Literatur: Reframing Japanese cinema: authorship, genre, history. Ed. by Arthur Nolletti, Jr. and David Desser. Bloomington: Indiana University Press 1992. – Freiberg, Freda: Comprehensive connections: the film industry, the theatre and the state in the early Japanese cinema. In: Screening the Past 11 (2000) http://www.latrobe.edu.au/screeningthepast/firstrelease/fr1100/fffr11c.htm.
 

Referenzen