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Kalem Company, Inc.

Die Kalem wurde Anfang1907 in New York von George Kleine, Samuel Long und Frank Marion als Filmproduktionsfirma gegründet, ergo der Name „K-L-M“ bzw. gesprochen „Kalem“. Kleine hatte zuvor erfolgreich Filmapparate und Laternae Magicae verkauft sowie ausländische Filme vertreiben, während Long und Marion in der Verwaltung der Biograph tätig gewesen waren. Hauptsitz der Firma und das erste Atelier befanden sich in der 24. Strasse in New York. Als erster Regisseur wurde Sidney Olcott von der Biograph eingestellt, der A Runaway Sleighbell (1907) mit seiner Frau Gene Gatutier als Hauptdarstellerin drehte.
Kalem baute als erste Filmgesellschaft einen ständigen Stab von Schauspielern auf, auf die sie auch ihr Marketing abstimmte (wie einige Quellen behaupten). Ab Ende 1908 ließ sich Kalem in die Motion Picture Patents Company einbinden, nachdem Kleine ausgestiegen war. Im selben Jahr verlegte Olcott die Filmproduktion von New Jersey, wo er Western gedreht hatte, nach Jacksonville, Florida. Er produzierte dort eine Reihe erfolgreiche Filme über den amerikanischen Bürgerkrieg. Im Jahre 1910 ging er zum ersten Mal nach Irland, um dort The Lad from Old Ireland zu drehen. In den folgenden vier Jahren produziert Kalem bis zu 70 Filme dort. Im Jahre 1912 reiste Olcott mit einem Team nach Palästina und drehte dort auf echten Schauplätzen den Langfilm From the Manger to the Cross (1912), der einer der erfolgreichsten Filme der Firma wurde: er kostete $35.000 und spielte mehr als eine Million US-Dollar ein. Trotz dieses Erfolges verließ Olcott bald darauf die Firma, weil Kalem sich weigerte, weitere Langfilme zu drehen.
Schon im Jahre 1910 hatte Kalem ein Atelier in Glendale in Kalifornien etabliert, in dem in jeder Woche ein Western abgedreht wurde; bald darauf wurde ein zweites Atelier in Santa Monica gebaut. 1913 folgte ein weiteres Atelier in Hollywood, in dem die sehr erfolgreiche Komödienreihe „Ham and Bud“ mit Lloyd Hamilton und Bud Duncan initiiert wurde. Noch erfolgreicher war der Fortsetzungsfilm The Hazards of Helen (1914-1917) von J.P. MacGowen. Kalem stellte aber schon 1916, ein Jahr vor dem Ende des Serials, die Produktion ein.

Literatur: Birchard, Robert S.: Kalem Company, Manufacturers of Moving Picture Films. In: American Cinematographer, 65, 1984. – Harner, Gary W.: The Kalem Company, travel, and on-location filming: The forging of an identity. In: Film History 10,2, 1998, S.188-207. – Reynolds, Herbert: Aural gratification with Kalem films: a case history of music, lectures and sound effects, 1907-1917. In: Film History 12,4, 2000, S. 417-442.