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Kasachfilm

Kasachfilmist die staatliche kasachische Filmproduktionsgesellschaft mit einem Filmstudio in Almaty (früher: Alma-Ata). Zur Zeit der Kasachischen SSR wurden praktisch alle kasachischen Filme hier produziert. Das Studio wurde 1934 als Alma-Ata-Dokumentarfilmstudiogegründet. Zunächst wurden hier ausschließlich Wochenschauen produziert, nach und nach auch Dokumentar- und Spielfilme. 1941 wurden Mosfilm und Lenfilm, die größten Filmproduktionsgesellschaften der Sowjetunion, zu einem Unternehmen zusammengefasst und nach Alma-Ata evakuiert. Die wichtigsten sowjetischen Regisseure der Zeit arbeiteten dadurch in Alma-Ata. So drehte etwa Sergei EisensteinsIvan Groznyy(I: 1944, II: 1958) in den Jahren von 1943 bis 1945 hier. Als nach dem Kriegsende wieder in Moskau und Leningrad gedreht werden konnte, wurde am 25.1.1944 aus den Anlagen das neue Alma-Ata-Studio für Spiel- und Dokumentarfilm. Auch dieses spezialisierte sich wieder auf Dokumentarfilme und Wochenschauen, die wenigen hier produzierten Spielfilme waren zu spezifisch kasachischen Themen, so zum Beispiel der erste kasachische Farbfilm Djambul(1952, Jefim Dsigan). Im Zuge der Entstalinisierung kamen auch einige nicht-kasachische Filmregisseure zu Kasachfilm, um im Rahmen der Neuland-Kampagne Filme zu produzieren. 1960 erhielt das Unternehmen schließlich den bis heute geltenden Namen Kasachfilm. 1967 wurde erstmals ein Trickfilm produziert. Schaken Ajmanow und seine Filme zählen zu den wichtigsten Werken Kasachfilms und 1984 wurde das Studio in Alma-Ata nach ihm benannt.

Bis zur Perestroika waren die meisten Filme Kasachfilms Propagandafilme, meist verklärte Historienfilme oder vorhersehbare Romantikfilme. Der Regisseur Sergei Solowjow organisierte 1984 eine Werkstatt für mehrere. Die Filme der Absolventen der Werkstatt für kasachische Filmemacher am Gerassimow-Institut für Kinematographie (WGIK) in Moskau wurden wegen ihrer künstlerischen Innovation, der Nähe zu Jugend- und Subkultur und ihres Erfolgs bei internationalen Festivals als „Neue kasachische Welle“ eingeordnet. Zu den Vertretern dieser Bewegung gehörten unter anderem Raschid Nugmanow, Dareschan Omirbajew und Jermek Schinarbajew.

Nach dem Fall der Sowjetunion konnte das Studio durch maßgebliche staatliche Förderungen erhalten werden. Einige Filme wurden seitdem mit Produktionsfirmen westlicher Länder koproduziert, vor allem mit französische Produktionsgesellschaften. Seit 2005 ist Kasachfilmals staatliche Aktiengesellschaft eingetragen. Die Anzahl der Filme liegt inzwischen jährlich bei etwa zehn Dokumentarfilmen, sechs bis sieben Spielfilmen und fünf Trickfilmen. 

Literatur: Isaacs, Rico: Film and identity in Kazakhstan. Soviet and post-Soviet culture in Central Asia. London: I.B. Tauris 2018. – Siranov, Kabyš: Kinoiskusstvo Sovetskogo Kazachstana. Alma-Ata: Kazachstan 1966. – Ungerböck, Andreas (Hrsg.): Aus dem Herzen der Welt. Das Kino der zentralasiatischen Republiken Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan[...]. Wien: Viennale 2001.