Metainformationen zur Seite

Kavallerie-Western

Unscharfer Begriff für Western, deren Handlung nach dem amerikanischen Bürgerkrieg spielt und in denen die Rolle der amerikanischen Armee im Westen thematisiert wird. Diese Phase der amerikanischen Geschichte ist einer breiteren Öffentlichkeit durch Hollywoods Geschichtsklitterung und Dee Browns Bestseller Bury My Heart at Wounded Knee (1970) bekannt geworden. Die Verfilmungen einer Vielzahl von kriegerischen Auseinandersetzungen (wie des Red-Clouds-Krieges – aka: Fetterman Massaker – oder des Comanche-und-Kiowa-Krieges) kulminieren für Hollywood in den Verfilmungen des Untergangs von Oberstleutnant Custer bei Little Big Horn. Kavalleriewestern können auch im Bürgerkrieg spielen (wie John Fords The Horse Soldiers, 1959) oder können die Kavallerie nur randständig als Motiv der Rettung in letzter Minute gebrauchen (berühmtestes Beispiel ist Stagecoach, 1939). Im engeren Sinne wird der Begriff auf jene Western von John Ford angewendet, in denen der Regisseur mit dem Hauptdarsteller John Wayne seinen eigenen Mythos des Soldatenlebens und des Kavallerieoffiziers als amerikanischem Helden zelebriert (Fort Apache, 1948; She Wore a Yellow Ribbon, 1950; Rio Grande, 1950).

Literatur: Gallagher, Tag: John Ford: The Man and His Films. Berkeley: University of California Press 1986. – Hembus, Joe: Western Geschichte 1540-1894. Chronologie, Mythologie, Filmographie. München: Hanser 1979. – Loew, Dirk Christian: Die Kavallerie-Western John Fords. Diss. Frankfurt, Johann Wolfgang Goethe-Universität, FB Neuere Philologien 2003.