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kidsploitation

engl. Kofferwort aus: (familiär) kid = Kind + exploitation = Ausbeutung

Der Ausdruck kidsploitation wird häufig ohne Rücksicht auf sinnvolle Abgrenzungen mit teensploitation gleichgesetzt, d.h. auch auf Filme für ein jugendliches Zielpublikum deutlich nach dem Eintritt der Pubertät angewandt. Die eigentliche Bedeutung des Ausdrucks bezieht sich dabei auf Kinder als filmische Darsteller und Gegenstände des Film selbst oder auf Kinder auf Zuschauer oder, und das in den meisten Fällen, auf beides. Kidsploitation sieht in Filmen vornehmlich ein (möglichst simpel zu haltendes und möglichst billig zu produzierendes) Marketinginstrument, um das spielerische, unbefangene Interesse der Kinder an diversen Vorbildern und Produkten zu wecken oder zu steigern. Dabei nutzt sie die vorhandene Verletzlichkeit der Kinder, um – dabei die Intelligenz ihrer Klientel missachtend – Konsumismus als gegenüber anderen Kindern und vor allem bei den zeitknappen, verunsicherten Eltern durchzusetzende Selbstbehauptung zu suggerieren. Erzählstrukturell setzt kidsploitation an bei für Kinder bereits Bekanntem und Bewährtem und neigt deshalb zum adaptiven Sequel, das sich am Mix aus erfolgreichen Figuren versucht, wie z.B. ein teuer produzierter Märcheneintopf wie Happily N-Ever After (Es war k‘einmal im Märchenland, 2007, Paul Bolger & Yvette Kaplan). Das alltägliche Morgenprogramm auf zahlreichen Fernsehkanälen hat faktisch den Charakter von Kidsploitation TV.
Gefährlich wird kidsploitation (im ersteren Sinne), wenn sie sich mit sexploitation verbindet und zu sexueller Ausbeutung von Kindern führt, was von Filmepisoden in harmloser Lolita-Tradition bis zum strafbewehrten kiddie porn reichen kann. Diese Form von kidsploitation richtet sich ausschließlich an Erwachsene.

Literatur: D'Arcy, Anne: Gothic terror: child sexploitation in films and literature. Dayton, Ohio: Pamphlet Publications 1979. – Kapur, Jyotsna: Coining for capital: movies, marketing, and the transformation of childhood. New Brunswick, NJ: Rutgers University Press 2005. – Sinyard, Neil: Children in the movies. London: Batsford 1992.

Referenzen