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Kinobrände

Da anfangs das Filmmaterial Nitrofilm war, das in sich genügend Sauerstoff enthält, also kaum zu löschen ist, sich schon bei 38 Grad Celsius selbst entzündet und ausserdem explosives Gas freisetzt, gab es von Anfang an bis mindestens in die 1960er Jahre immer wieder mehr oder weniger gefährliche Brände. Der wohl bedeutendste Brand geschah 1897 im Pariser Wohlstandsbazar statt. Dort starben 140 Menschen, unter ihnen die Herzogin von Alençon, eine Schwester der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Daraufhin wurden in manchen Städten die ersten Verordnungen getroffen, wie Vorstellungsräume vor Brand geschützt werden müssten, z.B. musste auf den Jahrmärkten der Vorführraum außerhalb der Zelte stehen. Um 1906 kam es in den meisten größeren Städten zur Gründung ortsfester Kinos – was die Gefahr von Bränden aber nur eindämmen, nicht unterbinden konnte. Auch später kam es mehrfach zur Selbstentzündung von Nitromaterial; die Vernichtung des Reichsfilmarchivs 1945 in einem Salzstock bei Braunschweig oder die Brandkatastrophe 1988 in den Filmmagazinen des Bundesarchivs auf der Festung Ehrenbreitstein sind Beispiele aus der BRD-Archivgeschichte.
Im Kino sind Kinobrände mehrfach thematisiert worden (etwa in Boulevard du Rhum, Frankreich 1971, Robert Enrico, oder in Nuovo cinema Paradiso, Italien 1988, Giuseppe Tornatore).