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Klamauk

umgangssprachliche, wahrscheinlich aus Berlin stammende Bezeichnung für „Geschrei, Lärm, Ulk“, auch: „lärmende Veranstaltung“; möglicherweise aus einer Lautmalerei entstanden (ähnlich dem „Pardauz“ der Disney-Comics)

In Theater und Film bezeichnet Klamauk eine spezifische Erzähl- und Humorform – das Verfallen in Clownerie, Alberei und Chaos, das Hineinsteigern in eine letztlich verkrampfte Bemühung um (oft nur groben) Scherz. Gerät eine Handlung in die Verstrickungen des Klamauk, verselbständigt sie sich, die Handlung sistiert oder rückt ihren Stellenwert für die Dauer einer oder mehrerer Sequenzen in den Hintergrund. Im unzimperlichen Wortwitz von Anarcho- und Komikerkomödien sowie beim größtenteils stummen, aber körperbetonten Slapstick ist der Klamauk derart konstitutiv, dass er eigene Traditionen der Darstellung und der Publikumserwartung entwickelt hat. Im schwarzen Humor dagegen entsteht die Komik aus dem Missverhältnis zwischen gravierenden Anlässen und deren leichtfüßiger Behandlung, sein Ziel liegt nicht im befreienden Lachen. Auch im Absurdismus äußern sich dessen philosophische Überlegungen über die Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz kaum je in Klamauk. Als Beispiel können die Filme der Pink-Panther-Serie dienen (USA 1963ff, Blake Edwards), diverse Louis-de-Funès-Filme sowie die meisten der Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filme.