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Klamotte

engl.: flick; franz.: film ringard;

Das Wort – insbesondere sein Plural Klamotten mit der Bedeutung „alte, abgetragene, wertlose Kleider“ – kommt aus der Berliner Gaunersprache des späten 19. Jahrhunderts. Es wurde in den Bereich des Theaters übertragen und meint dort ein Stück mit grob gestrickter Handlung und derber Komik. Entsprechend wird der Ausdruck heute auch familiär im Bereich von Film und Fernsehen verwendet, und zwar für intellektuell weitgehend anspruchslose Unterhaltungskost, die sich aus dem Fundus althergebrachter, zur Genüge bekannter Plots bedient, denen möglichst viel Brachialkomik beigemischt ist. Der abwertend gemeinte Unterton des Wortes verhindert allerdings oft nicht die massenmediale Beliebtheit des so gescholtenen Produkts. Insbesondere Stoffe, die mehrere Fortsetzungen nach sich ziehen, wie z.B. aus dem Bereich existierender Hierarchien (Schule, Militär, Kirche) oder zeitbedingt „unangenehmer“ Thematiken (etwa die Sexfilme der 1960er und 1970er Jahre), laufen Gefahr, in parodierender Absicht angegangen zu werden, um dann aufgrund dramaturgischer Schwächen und handwerklicher Mängel – oft, aber nicht immer, eher unfreiwillig – als Klamotte zu enden. 
 

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