Metainformationen zur Seite

Klangobjekt

fälschlich manchmal: Klangquelle; frz.: objet sonore

Als Klangobjekt bezeichnet man nach Pierre Schaeffer akustische Emissionen nicht-sprachlicher Natur. Klangobjekte resp. die von ihnen produzierten „Schlüsseltöne“ (key sounds) tragen u.U. deutlich zur signifikativen Tiefe von Filmen bei. Ein Beispiel ist das Hubschraubergeräusch in Francis Ford Coppolas Apocalypse Now (USA 1979), das gleich die Eröffnung dominiert und – zusammen mit dem Song „The End“ der Doors einen Erzählmodus sowie eine drogenveränderte Subjektivität definiert, die den Film über immer wieder mittels des Rotorengeräusches reaktiviert wird. Korrelation mit der Thematik, perzeptive Auffälligkeit und strategische Platzierung in der Exposition sind Bedingungen dafür, key sounds an der filmischen Bedeutungsbildung zu beteiligen. Ein anderes prominentes Beispiel mag das Echolot sein, das seit Wolfgang Petersens Das Boot (BRD 1981) immer wieder dazu benutzt worden ist, trotz ansonsten absoluter Stille die Atmosphäre von Enge, Eingesperrtheit und Angst, die in einem U-Boot tatsächlich wohl geherrscht hat, in der kinematographischen Darstellung getreulich zu reproduzieren. Als drittes Beispiel mag die Glasharfe in Robert Altmans Images (Irland 1971) dienen, deren ungesteuert-irisierendes Tonspiel immer wieder dem Geschehen zur Seite gestellt ist, die seltsam nicht-narrativer Logik folgende Handlung auch akustisch untermalend. 

Literatur: Flückiger, Barbara: Sound Design. Die virtuelle Klangwelt des Films. Marburg: Schüren 2001, S. 174-176. – Schaeffer, Pierre: Traité des objets musicaux. Essais interdisciplinaires. Paris: Ed. du Seuil 1966.
 

Referenzen