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kleine Leute

Figurengruppe im fiktionalen wie im dokumentarischen Film. In der Regel wird das Leben sogenannt ,kleiner Leute‘ im Rahmen einer Alltagsbeobachtung erzählt, die entweder als Komödie daherkommen kann, in der mit leichter Hand, aber nicht respektlos über das Leben kleiner Leute geschmunzelt wird. Oder aber es entsteht ein Gruppenporträt, häufig mit dem Anspruch einer Milieustudie oder einer Gesellschaftskritik, die den Fokus auf soziale, wirtschaftliche und kulturelle Unzulänglichkeiten im Leben kleiner Leute richtet. In beiden Fällen wird auf die Darstellung des Pompösen, Spektakulären und Grandiosen meist verzichtet; statt dessen handelt es sich um eher stille Berichte, die den kleinen Außergewöhnlichkeiten, den unauffälligen Tragödien oder eben dem ganz normalen Wahnsinn eines kleinen Lebens nachspüren. Zu den Schauplätzen gehören alle Wohnformen der Moderne: Großstädte, einzelne Stadtviertel (als „Quartierstudien“), Trabanten- und Vorstädte, Kleinstädte (die „small town movies“) oder aber die Provinz. 

Beispiele: The Crowd (USA 1928, King Vidor); La Femme du Boulanger (Frankreich 1938, Marcel Pagnol); Lissy (DDR 1957, Konrad Wolf); Mr. & Mrs. Bridge (Großbritannien/USA 1990, James Ivory); Das Leben ist eine Baustelle (BRD 1997, Wolfgang Becker).