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kokusaku-eiga

Kokusaku ist die japanische Bezeichnung für eine nationale Politikverklärung, wie sie während der imperialistischen Ausdehnungsphase Japans zur Zeit der Hegemonie über Asien (1910-1945) als staatstragend angesehen wurde.
Auch die Filmindustrie hatte insbesondere während der Besetzung der chinesischen Mandschurei in ihren Produktionen der 1930er Jahre dem „Prinzip des spirituellen Japanertums“ (seishinshugi) zu visuellem Ausdruck seiner Überlegenheit zu verhelfen. Es gab zwei verbreitete Formen: (1) spontan wirkende, ‚kiwamono‘ [ungefähr: „Saison-Filme“] genannte Kurzbeiträge; sie verbreiteten etwa Anfang der 1930er Jahre ‚bidan‘ (= „Geschichte von bewegender Schönheit“) über die selbstmörderischen Heldentaten von „Unseren drei menschlichen Bomben-Patrioten“. (2) Im Monumentalstil gedrehte Werke, die später die westliche Technik der Wochenschauen aufnahmen; Beispiele sind Kriegsdramen wie Gonin no sekkohei (A Pay by the Wayside, 1938, Tasaka Tomotaka) oder Tsuchi to heitai (Mud and Soldiers) aus dem folgenden Jahr. Drehbuchautoren und Regisseure wie Fumio Kamei, deren Arbeiten eine pazifistische Lesart nicht ausschlossen, wurden kaltgestellt. Eine gemäßigte, in den späten 1930er Jahren entwickelte Form des Kokusaku-eiga war der Rekisha-eiga oder „Geschichtsfilm“, wie er etwa in Hisatora Kumagais Abe ichizoku („Der Abe-Clan“, 1938) verwirklicht ist. 

Literatur: Davis, Darrell William: Picturing Japaneseness: monumental style, national identity, Japanese film. New York: Columbia University Press 1996. – Iwamoto, Kenji: Nashonarizumu to kokusaku eiga [„Nationalismus und der Kokusaku-Film“]. In: Iwamoto, Kenji [Hrsg.]: Nihon eiga to nashonarizumu, 1931-1945. Tôkyô: Shinwasha 2004. – Salomon, Harald: National policy films (kokusaku eiga) and their audiences: new developments in research on wartime Japanese cinema. In: Japonica Humboldtiana 8, 2004, S. 161-76.
 

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