Metainformationen zur Seite

Kommunikatorforschung

Die Kommunikatorforschung befasst sich in der kommunikationswissenschaftlichen Standardforschung mit Medienakteuren und ihrer Einbindung in bestimmte Organisationen. Sie fragt danach, welche Einstellungen, Motivation, Interessen, Ausbildung usw. Journalisten, PR‑Fachleute usw. haben, welchen institutionellen Zwängen sie unterliegen, worin sie frei sind, wie sie en detail arbeiten, wie sie sich für Themen und Darstellungsweisen entscheiden. Forschungsfelder der Kommunikatorforschung sind unter anderem die Journalistik und die PR‑Wissenschaft. Ganz unterentwickelt ist bis heute die Untersuchung des kommunikativen Handlungsspiels, das die Medienakteure mit modellhaften Vorstellungen der Mediennutzer (Zuhörer, Leser, Zuschauer) und am Ende mit realen Adressaten verbindet, wie sich also kommunikative Konstellationen in den formalen Vorgaben medial vermittelter Kommunikation herausbilden (vom Nachrichtenjournalismus bis zu den Formen der Life-Interaktion etwa in den Phone-In-Sendungen von Fernsehen und Radio). Auch die Rolle der Zuschauermodelle in der dramaturgischen Planung fiktionaler Formate – als zentraler Fluchtpunkt der dramaturgischen Aufarbeitung von Stoffen und Geschichten – ist bislang kaum erforscht.

Literatur: Bentele, Günter: Kommunikatorforschung: Public Relations. In: Günter Bentele, Hans‑Bernd Brosius, Otfried Jarren (Hrsg.): Öffentliche Kommunikation. Handbuch Kommunikations‑ und Medienwissenschaft. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2003, S. 54‑78. – Löffelholz, Martin: Kommunikatorforschung: Journalistik. In: Ebd., S. 28‑53. – Neumann-Braun, Klaus: Rundfunkunterhaltung. Zur Inszenierung publikumsnaher Kommunikationsereignisse. Tübingen: Narr 1993 (ScriptOralia. 48.).

Referenzen