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Kontingentierung: Frankreich

Die Quotenregelung geht in Frankreich auf das Jahr 1928 zurück und wurde eingeführt durch den décret Herriot. Darin war vorgesehen, dass maximal 128 amerikanische Filme in Frankreich vertrieben werden durften.
Nach dem Krieg wurde das Centre Nationale de la Cinématographie (CNC) 1946 gegründet. Ihm oblag es, einen Hilfsfonds für die einheimische Filmproduktion zu etablieren, der 1948 gegründet wurde (Fonds d'Aide). Nach dem Krieg hatten die Blum-Byrnes-Verträge zunächst festgelegt, dass die Kinos an vier Wochen pro Quartal (ab September 1948: fünf Wochen) französisch-stämmige Filme spielen mussten. Am 16.9.1948 wurde ein neuer Vertrag mit der Motion Picture Export Association of America (MPEAA) geschlossen, der diese Quotierung zwar lockerte, aber keineswegs aufhob. Und auch das Abkommen zwischen CNC und MPEAA aus dem Juni 1960 hielt an diesem Grundprinzip fest.
Ein neuer Protektionismus entstand in Folge der internationalen Verhandlungen um eine Liberalisierung des Welthandels. 1993 formulierte die französische Regierung die Forderung nach der „kulturellen Ausnahme“, die den Kulturindustrien eingeräumt werden müsse, um das Bewusstsein der historischen Eigenständigkeit nationaler Kulturen aufrecht zu erhalten. 1999 haben sich 23 Länder dieser Forderung angeschlossen. Mittels einer Kinosteuer von 11%, die in die Filmförderung fließt, sowie eines Anteils von 40% französischer Filme im Fernsehangebot versucht Frankreich, die einheimische Industrie gegen den gänzlich deregulierten Markt abzuschirmen (Stand: 2003). 

Literatur: Bellos, David: Tati and America: "Jour de fête" and the Blum-Byrnes Agreement of 1946. In: French Cultural Studies 10,2, 1999, S. 145ff. – Ulff-Møller, Jens: Hollywood's Film Wars with France: Film Trade Diplomacy and the Emergence of the French Film Quota Policy. Rochester, NY: University of Rochester Press 2001.
 

Referenzen