Metainformationen zur Seite

Koproduktion

Als Koproduktion werden alle Filme bezeichnet, die von mehreren Produzenten zusammen hergestellt werden. Diese Zusammenarbeit kann unterschiedliche Gründe haben. Ein Produzent kann über spezielle Erfahrungen (z.B. über das Produzieren in einem fremden Land) verfügen, es kann finanzielle Gründe (Teilung der Herstellungskosten) geben, das Umgehen von Einfuhrbeschränkungen kann dadurch möglich werden usf. Im deutschen Film der 1950er und 1960er Jahre produzierte vor allem Artur Brauner (CCC) zahlreiche Filme mit ausländischen Partnern (um Kosten zu sparen und sich fremde Märkte zu erschließen).
In den1960er Jahren kam es zu zahlreichen Koproduktionen zwischen den Fernsehanstalten und Filmproduzenten (häufig Autorenfilmern), bei denen das Fernsehen das Geld gab und damit die Ausstrahlungsrechte an den Filmen erwarb (Film-Fernseh-Koproduktionen). Diese sowohl für das Fernsehen (Fernsehspiel) als auch für den Film produktive Zusammenarbeit wurde 1974 durch das Film-Fernseh-Abkommen vertraglich fest- und in regelmäßigen Abständen fortgeschrieben. Die Fernsehanstalten (später auch privatrechtliche Fernsehanbieter) gaben jährliche mehrere Millionen Euro in die Filmproduktion und erwarben damit die Fernsehrechte an Filmen, die zuvor im Kino gezeigt wurden.
Seit den 1970er Jahren wurden auch europäische Koproduktionen hergestellt, bei denen mehrere europäische Fernsehanbieter mit einem oder mehreren europäischen Filmproduzenten zusammenarbeiteten. Häufig wurden auf diese Weise Mehrteiler hergestellt. Durch solche Konstruktionen konnten (und können) auch Fördermittel der EU eingeworben werden. Die europäischen Koproduktionen haben keinen guten Ruf, weil sie ästhetisch als Kompromiss zwischen unterschiedlichen nationalen und medialen Standards und Erwartungen erscheinen („Europudding“).
Filmökonomisch erscheint die Koproduktion als europäische Lösung für die Kleinteiligkeit und Unterfinanzierung der Produzentenszene.

Referenzen