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Kriegsgefangenen-Film

engl.: prisonner of war films; auch: P.O.W. films, POW films

Variation des Kriegsfilms, in dessen Zentrum das Motiv der Schicksalsgemeinschaft und der Schauplatz eines Kriegsgefangenen-Lagers steht: Das Genre bietet Gelegenheit zur Darstellung von sadistischen Verhaltensweisen und von oft misslingenden Ausbruchsversuchen und Fluchten. Anders als im Gefängnisfilm gehört im Kriegsgefangenen-Film das (vorwiegend männliche) Figurenpersonal meist dem Militär an. Darüber hinaus hat er meist ein Interesse an gegeneinander auszuspielende nationale Charakteristika sowie am Entwurf von Feindbildern. Schon in La grande Illusion (Frankreich 1937, Jean Renoir) stehen in einer zum Kriegsgefangenenlager umfunktionierten Festungsanlage deutsche und alliierte Soldaten einander gegenüber – und es zeigt sich schnell, dass die Solidarität zwischen den Adligen der beiden Lager größer ist als das Einverständnis mit den eigenen Kameraden. Am Ende gelingt die Flucht der beiden Helden. Stalag 17 (USA 1953, Billy Wilder) spielt in einem deutschen Gefangenenlager, in dem die Inhaftierten einen Ausbruch planen; einer wird der Spitzelei verdächtigt – am Ende stellt sich aber heraus, dass die Deutschen einen Spion undercover in die Gruppe eingeschleust hatten. The Great Escape (1963, John Sturges) erzählt von einem Massenausbruch alliierter Gefangener aus einem deutschen Camp. Das Motiv ist im Action-Film mehrfach wieder aufgenommen worden – allerdings handeln diese Geschichten oft von Foltercamps, in denen z.B. die Nordvietnamesen amerikanische Kriegsgefangene aufbewahren und aus denen sie nur mit fremder Hilfe befreit werden können (wie in The Deer Hunter, 1978, Michael Cimino).