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Kriegssatire II

Variante des Kriegsfilms, die sich der Erzählform der Satire bedient und mit den Mitteln des oft schwarzen Humors, der Ironie sowie des Sarkasmus, gelegentlich aber auch des Zynismus eine bittere Kritik am Krieg formuliert. Wie die Satire hat sie kein befreiendes, geschweige denn versöhnliches Lachen zum Ziel, sondern eines, das angesichts der Thematik im Hals stecken bleiben soll. In der Regel verweigert sie die Möglichkeit der (emotionalen) Identifikation, außerdem verzichtet sie bewusst auf psychologische Konfliktentwicklungen. Der politischen Satire strukturell verwandt, ist sie nicht zu verwechseln mit der Militärklamotte, die nicht kritisieren will, sondern auf albernen, selten anspruchsvollen Klamauk setzt sowie auf dämliche Witzeleien, mit denen vor allem ein männliches Zielpublikum unterhalten werden soll. Zu den Beispielen gehören neben Robert Altmans M.A.S.H. (USA 1969), der den Vietnamkrieg als überdreht-pubertäre Jugendlager-Erfahrung schildert, und Samuel Fullers problematischen The Big Red One (USA 1978), der den Krieg gegen die Deutschen im zweiten Weltkrieg als Action-Konfrontation an absurden Orten ausmalt, auch solche Filme wie Mike Nichols‘ Catch 22 (USA 1970), der den Krieg als logisches und praktisches Dilemma überzeichnet.