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Kunstkopfmikrofon

Ein „Kunstkopf“ ist eine Kopfnachbildung, bei der statt der Ohren je ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik am Eingang der Gehörgänge angebracht ist; die Ohrmuscheln sind nachgebildet, so dass die Zweikanal-Aufnahme eine fast natürlich anmutende Nachbildung des natürlichen Tonverhaltens (einschließlich der Phasendifferenzen/-verzögerungen an den beiden Ohrmuscheln) werden kann. Heute existieren allerdings eine ganze Reihe von Mikrophonen, die die besonderen akustischen Qualitäten der Kunstkopf-Stereophonie aufweisen (wie das Kugelflächenmikrophon oder das Kopfbügelmikrophon, bei dem die beiden Mikrophone in zwei Bügeln untergebracht sind, die man einer Person oder einem Kunstkopf aufsetzen kann).
Erste Stereo-Kunstköpfe wurden bereits 1933 hergestellt. Das erste Hörspiel in der neuen Technologie war Alfred Besters Demolition (1973). Vor allem die Links-Rechts-Lokalisierung von Tönen ist bei Kunstkopfaufnahmen außerordentlich leicht möglich. Allerdings ist die Wiedergabe nur mit Kopfhörern wirklich optimal – weshalb sich die Technik im Film, im Fernsehen und sogar im Hörfunk nie durchgesetzt und heute nur noch in der Hörfunk-Avantgarde eine kleine Anhängerschaft hat (man denke an Conrad Schnitzlers Ton-Collagen).