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laff box

eigentlich: laugh track machine; auch: laugh box, The Audience Response Duplicator

Wird bei der Aufzeichnung von Sitcoms nicht mit Life-Publikum gearbeitet, sondern das Publikumsgeräusch erst in der Tonmischung beigefügt, zeigte sich schnell, dass das TV-Publikum ein ständig gleiches Konservengelächter nicht akzeptiert hätte. Der amerikanische Radioingenieur Charles Rolland „Charley“ Douglass hatte in den späten 1940ern eine Art „Lachinstrument“ entwickelt, mit dem man auf Knopfdruck diverse einzelne und kollektive Lacher zu einem lachenden Publikum synthetisieren konnte. Die erste Show, an der er die Effektivität seiner Erfindung zeigte, war die NBC-Show The Hank McCune Show (1950). Douglass schuf das canned audience für Shows wie Bewitched (1964), The Munsters (1964) und The Beverly Hillbillies (1962).  Er war lange fast Monopolist für die Herstellung von Publikumsgeräusch, weil er zu dem Zweck mit dem Film in sein eigenes Studio zurückzog – es gab nur wenige, die ihn tatsächlich bei der Arbeit beobachtet haben. Die laff box arbeitete wie eine Orgel, wurde mit einer Tastatur angesteuert, mit der man Stil (heftig, verhalten etc.), Geschlecht und Alter des/der Lachenden festlegen konnte; mit einem Fußpedal wurde die Länge der Reaktion markiert. Im Innern der Maschine wurde auf 320 verschiedene Lacher (auf  32 Bandschleifen) zugegriffen; es standen auch Klatschen, Ah- oder Oh-Rufe und sogar Töne der Bewegungen der Zuschauer in ihren Sitzen zur Verfügung. Das Repertoire wurde ständig erneuert und aktualisiert.

Heute werden laugh tracks digital komponiert.

Referenzen