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Landschaft

Schauplatz im fiktionalen und dokumentarischen Film. Die Funktion der Landschaft variiert von Film zu Film: Auf Reisen und Irrfahrten, in Roadmovies und Charakterstudien, aber auch in Essay- und experimentellen Dokumentarfilmen wird sie zur veräußerlichten Allegorie über die innere Verfassung reisender Figuren und Personen; im Berg- und Heimatfilm sowie gelegentlich im Tierfilm ist sie der zutiefst emotional besetzte Ort einer Sehnsucht nach Unversehrtheit und damit eine Utopie; im Neuen Heimatfilm dagegen wird sie zur harten, oft gegnerischen Daseinsbedingung eines bäuerlichen Lebens; in Western, Abenteuerfilmen und auf Expeditionen und Schatzsuchen etwa in der Wüste oder im Dschungel wird sie zur Verkörperung einer elementaren Entgegenstellung von Mensch und Natur, kühne Männer kämpfen gegen die umgebende, übermächtig erscheinende Landschaft an. In all diesen (und zahlreichen weiteren) Varianten pendelt der Stellenwert der Landschaft zwischen geschmäcklerisch fotografierter Kulisse und einer selber zur Protagonistin werdenden Örtlichkeit, die den formalen und inhaltlichen Verlauf des Film wesentlich (mit-)bestimmt.

Literatur: Berg, Jan / Hoffmann, Kay (Hrsg.): Natur und ihre filmische Auflösung. Marburg: Timbuktu-Verlag 1994. – Cinema 47, 2002: Themenheft „Landschaft“.

Referenzen