Metainformationen zur Seite

Langzeitstudie

Dokumentarisches Format, in dem die Biografien von Menschen über einen längeren Zeitraum bis zu mehreren Jahrzehnten mithilfe des Films verfolgt werden. Je nach Konzept handelt es sich entweder um eine relativ geschlossene Diachronie oder man geht iterativ vorgegangen und spart längere Zeitphasen aus. Wie der Terminus „Studie“ andeutet, verbindet sich mit dieser Methode ein wissenschaftlichen Prinzipien verpflichtetes, historisches, ethnologisches, soziologisches oder (entwicklungs-)psychologisches Interesse. Gegenstände von dokumentarischen Langzeitstudien können sowohl Individualbiografien als auch Prozesse bei sozialen Gruppen sein, die durch Arbeit oder räumliches Zusammenleben verbunden sind. Die Autoren von Langzeitstudien entwickeln ein besonders enges Verhältnis zu den Protagonisten, so dass diese die aufzeichnende und beobachtende Kamera häufig „vergessen“. Zu den Beispielen gehört der Doppelfilm Farrebique (1946) und Biquefarre (1982) von Georges Rouquier, der viele Jahre, nachdem er einen Film über ein kleines Bauerndorf gemacht hatte, erneut ein Porträt gestaltete.

Beispiele: Drehbuch: Die Zeiten (DDR 1961-1989; BRD 1990ff, Winfried Junge, Barbara Junge); Battéries Dogon, Élements piur une Étude des Rhythmes (Mali; dt. Rituale der Dogon, Frankreich 1966-68, Jean Rouch; wissenschaftliche Begleitung: Germaine Dieterlen, Gilbert Rouget); Memories and Dreams (M. Llewelin Davies, Großbritannien 1974-1981).