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Last-Minute-Rescue

engl.: last minute rescue = Rettung in letzter Minute

Eine gefährliche Situation und die finale Auseinandersetzung der Prot- und Antagonisten werden aus Gründen der Spannungssteigerung so lange ausgedehnt, bis erst in letzter Sekunde eine – mehr oder weniger – realistische Rettung erfolgt. Dabei ist die last minute rescue überwiegend am Ende einer Spannungsdramaturgie angesiedelt; sie gehört bei aller Vorhersehbarkeit zu deren Standards. Die meisten derartigen Szenen werden bis heute als Parallelmontagen zweier Situationen ausgeführt; die eine zeigt die Situation des bedrohten Helden resp. der in höchster Not befindlichen Heldin, die andere die Annäherung der Retter, die Schwierigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellen usw.; am Ende kulminieren die beiden Handlungsstränge, die Rettung kann doch noch erfolgen. Manchmal wird die Rettung durch einen Deus ex Machina am Ende vollzogen – doch ist diese Form äußerst selten und entillusioniert das Geschehen sehr schnell. Der Handlungsstrang der Rettung retardiert (verzögert) das Eintreten der Katastrophe, er repräsentiert die Hoffnung der Zuschauer auf ein glückliches Ende.

Literatur: Cadbury, W.: Theme, felt life, and the last-minute rescue in Griffith after Intolerance. In: Film Quarterly 28,1, Fall 1974, S. 39-49. – Fuxjäger Anton: Deadline / Time Lock / Ticking Clock und Last Minute Rescue. Zur Dramaturgie von Fristen und Zeitdruck im populären Film. Diss. Wien 2002.