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Latham-Schlaufe

Die Latham-Schlaufe ist benannt nach einer Schaustellerfamilie aus New York, die Edisons Kinetoskop einsetzte und dafür Preisboxfilme aufnahm: Vater Woodville Latham (1837-1911) und seine Söhne Gray (1867-1907) und Otway (1868-1906). 1895 wollten die drei Männer den Boxkampf zwischen Griffo und Barnett aufnehmen. Um lange Rohfilmstreifen einsetzen zu können, ließen sie dem Filmband in dem Bereich vor und nach dem Bildfenster der Kamera Spiel, d.h. sie legten das Filmband so ein, dass es vorher und nachher eine Schlaufe bildete, um den Zug des Transportmechanismus auf das Filmmaterial so gering wie möglich zu halten. Zur Vorführung des für das Kinetoskop zu langen Filmbandes konstruierten sie einen eigenen Projektor (Panoptikon projector), an dem sie die ‚Latham-Schlaufe‘ (Latham loop) erprobten. Auch heute wird die Schlaufe beim Einlegen aller Formate zum Schutz des Filmmaterials vor einem plötzlichen Rucken gebildet, denn sonst könnte der Film reißen.

Literatur: Stephen Herbert, Luke McKernan (Hrsg.): Who’s Who of Victorian Cinema?A Worldwide Survey. London: British Film Institute 1996.