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Legendenverfilmung

von lat. legenda = das zu Lesende

Verfilmung einer meist seit alters tradierten Legende, deren Wahrheitsstatus sich objektiven Kriterien entzieht. Entsprechend wird mit den Gesetzmäßigkeiten realistischer Logik freier umgegangen und die Grenze zu Phantastik und Fantasy leichtfüßiger überschritten als im herkömmlichen Erzählkino (wenngleich auf narrativer Ebene oft ähnlich konventionell vorgegangen wird). Vor allem die Heiligenlegenden sind religiös und moralisch erbaulich, sie feiern Werte, stellen Tugenden aus. Ähnliches leisten aber auch die Volkslegenden, die oft fundamentale ideologische Themen wie nationale Identität, nationaler Gründungsmythos, Mensch-Natur-Auseinandersetzung und dergleichen mehr behandeln.
Viele Legendenverfilmungen kommen als Biopics daher und werden wegen ihres identitätsstiftenden Potenzials gern zu Nationalepen überformt (Wilhelm Tell, König Artus, Faust, das Rolandslied, die Nibelungen etc.). Andere konzentrieren sich auf die Vita eines Wundertätigen und werden damit zur Variante der Heiligenlegende. Die meisten Legendenverfilmungen spielen in der Vergangenheit, manche in einer (bisweilen höchst zweifelhaften) Art Mittelalter, andere wiederum in einer nicht näher definierten grauen Vorzeit.

Beispiele: Die Nibelungen (1924, Fritz Lang); Das blaue Licht (1932, Leni Riefenstahl); Der ewige Jude (1940, Fritz Hippler); Lotna (1959, Andrzej Wajda); Lancelot du Lac (1974, Robert Bresson); Avci (1998, Erden Kiral); El Cid: La leyenda (Spanien 2003, Jose Pozo; Zeichentrickfilm).

Referenzen