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Lektorat

(1) Die Abteilung (in Verlag, öffentlicher Bibliothek, TV-Sender, Film- und Fernsehproduktion o.ä.), in der die Lektoren arbeiten, wird „Lektorat“ genannt. Das Filmlektorat fungiert in aller Regel ausschließlich als Beratungs- und Sachverständigeninstanz. Kernaufgaben des Verlagslektorats wie inhaltliche und redaktionelle Projektentwicklung und -betreuung, Verhandlungen mit den Autoren bezüglich evtl. Änderungen bzw. hinsichtlich der endgültigen Form des Textes sowie Marketing und Vertrieb werden in der Film- und Fernsehproduktion z.T. vom Producer übernommen. Abhängig vom Umfang zu prüfender Stoffe wird mit festen und mit freien Lektoren operiert. Sowohl Verlags- als auch Filmlektorat müssen mehrere Aufgaben erfüllen: (a) Organisation und Koordination der Stoffrecherche und -entwicklung: Akquisition, Annahme, Weiterleitung, Zurücksendung und/oder Archivierung der Manuskripte. (b) Begutachtung der Manuskripte nach stilistischen und inhaltlichen Kriterien, die in Beziehung zum Unternehmensprofil, aber auch zur Marktentwicklung stehen. (c) Nur im Verlag kommt das Korrektorat hinzu – die grammatikalische und orthografische Prüfung der Manuskripte.
(2) Auch das Gutachten des Lektors, in dem die Prüfung und Beurteilung eines Manuskripts, eines Exposees, eines Dramentextes, eines Buches (schriftlich) zusammengefasst wird, wird als „Lektorat“ bezeichnet: Es enthält in der Regel eine (kurze) Synopsis des (Handlungs-)Inhalts sowie eine Analyse, die die stilistische, narratologische, zeithistorische, soziologische, psychologische und dramaturgische Qualität des Stoffes evaluiert und damit seine Marktfähigkeit für eine jeweilige Zielgruppe prognostiziert.

Literatur: Müller, Gottfried: Dramaturgie des Theaters und des Films. Würzburg: Triltsch 1941. Zahlr. Neuaufl. – Schneider, Ute (Hrsg.): Das Lektorat eine Bestandsaufnahme. Beiträge zum Lektorat im literarischen Verlag. Wiesbaden: Harrassowitz 1997 (Mainzer Studien zur Buchwissenschaft. 6.). – Lexikon des gesamten Buchwesens. 4. Hrsg. v. Severin Corsten et al. unter Mitw. v. Bernhard Bischoff et al., zweite, völlig neu bearb. Auflage. Stuttgart: Hiersemann 1995.

Referenzen