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Licht

(1) Physikalische Bezeichnung für die elektromagnetische Strahlung innerhalb des Spektralbereiches, der vom menschlichen Auge wahrgenommen werden kann; dieser sichtbare Bereich erstreckt sich von ca. 380 bis ca. 750nm.
(2) Geistesgeschichtlich antwortet die Licht- und Kunsttheorie von Renaissance und Barock auf die Lichtmetaphysik des Mittelalters. War das Licht als eigenes Objekt und als Element transzendentaler Bedeutungen angesehen worden, wurde es nun zu einem Element der Bildgestaltung. Im Film finden sich beide Traditionslinien – in den Stilistiken des Chiaroscuro- oder Rembrandt-Lichts wird explizit auf die barocken Traditionen der Lichtbehandlung zurückgewiesen; es finden sich aber auch Symboliken des Lichts, wobei meist Weiß für das Gute, Schwarz/Schatten für das Schlechte oder Böse steht (wenige Beispiele: als Repräsentation des Jenseits wie in Der müde Tod, 1921, oder Paracelsus, 1939; Übergang ins Licht als Darstellung des Sterbeprozesses wie in Soylent Green, 1973; Symbolisierung einer subjektiv erlebten Begegnung mit Jenseitigem wie Angel Baby, 1996; Schattenwurf als Darstellung einer Pest-Epidemie wie in Murnaus Faust, 1926).
(3) Stilistischer Terminus, der für eine besondere, stilprägende Art der Lichtsetzung – bevorzugt im Schwarzweiß-Bereich – oder für besondere Lichtexperimente (z.B. Gestaltung ohne Kunstlicht) oder Lichtsimulation (z.B. amerikanische Nacht) vergeben wird. Der Stummfilm des Expressionismus arbeitet mit harten Schlagschatten, um eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen. Der Film Noir knüpft lichttechnisch an diese Tradition an und benutzt häufig die so genannte Low-Key-Lichtgestaltung, arbeitet mit graduell unterschiedlich intensiven Hell-Dunkel-Kontrastierungen: Einzelne Details werden plastisch in der Bildkomposition hervorgehoben, andere treten in den dunkleren ‚Hintergrund‘. Im Gegensatz zu diesem Stil setzt die High-Key-Gestaltung auf weiche Konturen und schattenfreie, gleichmäßige Ausleuchtung. Mit den verschiedenen Lichtstilen verbinden sich bestimmte Genres, so Low Key mit dem Gangster- und Horrorfilm, High Key dagegen mit der Komödie im Allgemeinen, der Sophistocated Comedy und der Screwball Comedy im Besonderen.

Literatur: Hills, Paul: The Light of Early Italian Painting. New Haven/London: Yale University Press 1990. – Schöne, Wolfgang: Über das Licht in der Malerei. 8. Aufl. Berlin: Gebr. Mann 1994. Zuerst 1954. – Semiotica 136, 2001: Spec. Issue „Signs and Light“.

Referenzen