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log line

von engl.: log = Aufzeichnung + line = Textzeile; auch: plot line; auch: logline; manchmal auch nur: log

(1) Unter dem in der Drehbuchtheorie populären Begriff log line wird im Allgemeinen eine sehr knappe, auf ihre inhaltlichen Invarianten komprimierte Zusammenfassung eines fiktionalen oder nonfiktionalen Textes i.w.S. verstanden. Die log line steht in strikt semantischer Beziehung zu ihrem Textelaborat, das sie essentialisiert und dessen schematische Grundstruktur in ihr zum Ausdruck kommen soll. Voraussetzung hierfür ist die Auffassung, dass jedem Text ein konzeptuelles Muster zugrunde liegt, dem der Inhalt (und die Struktur) folgt (bzw. folgen). Katahn definiert die log line – in Abgrenzung zu den häufig synonym verwendeten Ausdrücken premise, theme und concept, die sich vornehmlich auf das narratologische, finalistische, teleologische, thematische und morphologische Konzept eines Textes beziehen – als Inhaltsangabe in einem oder zwei knappen Sätzen, die den Plot eines Stoffes wiedergeben (outlining the plot). Funktional dient die log line der schnellen inhaltlichen Erfassung des umfangreicheren Originaltextes im Hinblick auf dessen publizistische bzw. kommerzielle Verwertbarkeit.
(2) In der Filmpublizistik werden einzeilige Beschreibungen eines Films, meist eher in werbender als in beschreibender Absicht und Funktion, wie sie z.B. in Programmzeitschriften, bei Programmankündigungen und -bewerbungen von Kinos und gelegentlich auch in Filmografien verwendet werden, log line genannt.
(3) Als log werden Kurzbezeichnungen oder -beschreibungen von Einstellungen bezeichnet, die während der Dreharbeiten angefertigt werden und die bis in den Schnitt hinein als „Namen“ der Einstellungen fungieren.

Literatur: Egri, Lajos: The Art of Dramatic Writing. Its Basis in the Creative Interpretation of Human Motives. New York/London: Simon & Schuster 1960. – Katahn, T.L.: Reading for a Living. How to Be Professional Story Analyst for Film and Television. Pacific Palisades: Blue Arrow Books 1990.