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LUCE

Akronym von: L‘Unione Cinematografica Educativa

Das LUCE wurde als Aktiengesellschaft bereits 1924 von den italienischen Faschisten gegründet und 1926 auf Betreiben Mussolinis verstaatlicht. Es hatte die Aufgabe, Wochenschauen und Dokumentarmaterial herzustellen, das ergänzend zur Vorführung von Spielfilmen in die Kinos gebracht wurde. Außerdem stellte das LUCE Tourismusfilme und Lehrfilme für die Schulen her. Ab 1927 wurde die Aktivität durch einen Fotodienst erweitert, der Bilder offizieller und offiziöser Ereignisse verbreitete. Das Institut entstand aus einer Privatinitiative ab 1922, die das Kino als Medium populärer Erziehung gewinnen wollte. Bis 1943 diente das LUCE als eine propagandistisch höchst einflussreiche Bastion faschistischer Kulturprogrammatik und -politik, die dem Regime die Kontrolle über die filmische (und fotografische) Information sicherte. Das LUCE produzierte die meisten der staatsunmittelbar verantworteten Wochenschauen und Dokumentar- bzw. Kulturfilme. Seit 1926 gab es ein Dekret, nach dem die Wochenschau-Produktionen des LUCE in den Kinos gezeigt werden mussten, andere Wochenschauen wurden 1927 verboten. LUCE war zunächst in Rom lokalisiert; 1940 zog es in den Cinecittà-Komplex im Vorort Tuscolana in Nachbarschaft des Centro Sperimentale. Nach dem Weltkrieg wandelte sich das LUCE zu einem Archiv, das sich um die Bewahrung der italienischen Filmkultur bemühte. Heute sind im Archiv 12.000 Wochenschauen und fast 5.000 Dokumentarfilme ebenso wie die Fotosammlung zugänglich. Außerdem unterhält das Istituto LUCE einen stark wachsenden Verleih nationaler und internationaler (Spielfilm-)Produktionen, geplant ist auch die Einrichtung von Abspielstellen.

Literatur: www.luce.it. – Argentieri, Mino: L'occhio del regime. Informazione e propaganda nel cinema del fascismo. Firenze: Vallecchi 1979. – Hay, James: Popular Film Culture in Fascist Italy: The Passing of the Rex. Bloomington: Indiana University Press 1987, S. 201-232. – Laura, Ernesto G.: Le stagioni dell'aquila: storia dell Istituto LUCE. Roma: Ente dello spettacolo 2000. – Mancini, Elaine: Struggles of the Italian Film Industry during Fascism, 1930-1935. Ann Arbor: University of Michigan Press 1985, S. 121-160.