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lumpen-mono

auch: Rumpen-mono;

Aus deutsch „Lumpen“ + japanisch mono = „Geschichte, Erzählung, Spielfilm; eigentlich: -Ding“. Japanischer Ausdruck für ein Subgenre des gendai-geki und des shomin-geki, der „Kleine-Leute-Filme“.

In den 1920er Jahren, noch in der Stummfilmzeit, von deutsch "Lumpenproletariat" übernommen, einem marxistischen Begriff, der für die unterste gesellschaftliche Schicht steht und etwa Prostituierte, Landstreicher und Verbrecher umfasst, die allerdings nicht, wie die dem Genre des jidai-geki zugehörigen filmischen Matatabi, Samurai und Ronin als Überbleibsel einer historischen, feudal-aristokratischen Herrscherkaste zu betrachten sind, sondern die im zeitgenössischen kapitalistischen System der Verstädterung den ungesunden Bodensatz bilden. Das lumpen/rumpen-mono darf aber nicht etwa als ein japanischer Beitrag zum internationalen marxistisch-kommunistischen Kampf der Zeit verstanden werden.

Beispiele: In Nani ga kanojo o sô saseta ka (Mädchen Sumiko – Warum hat sie das getan?, 1930, Shigeyoshi Suzuki) durchläuft Sumiko nach dem Selbstmord ihres bankrotten Vaters eine jahrelange Aschenputtel-Karriere, erfährt Demütigungen, Menschenhandel, Ausbeutung, Missbrauch und Gefängnis, bis sie in ein Kloster gerät, das sie wegen seelischer Folter aus Verzweiflung in Brand setzt. Sie kommt in den Flammen um. In Dekigokoro (Eine Laune, 1933, Yasujirô Ozu) muss sich ein verwitweter Vater in ärmlichen Verhältnissen wegen seines Interesses an einer jungen Frau mit seinem eifersüchtigen Sohn auseinandersetzen. Andere bedeutende Regisseure wie Keisuke Kinoshita und Akira Kurosawa haben bei der Arbeit an lumpen-mono ihr Regiefach erlernt.

Literatur: Burch, Noël: To the distant observer: form and meaning in the Japanese cinema. Rev. and ed. by Annette Michelson. Berkeley, Cal.: University of California Press 1979.

Referenzen