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Lyrikverfilmung

Verfilmung eines oder mehrerer Gedichte (gelegentlich auch ganzer Gedichtzyklen), typischerweise in einem kurzformatigen Experimentalfilm (wie L'Étoile de Mer…, 1928, Man Ray), der ohne weiteres auch als Animationsfilm konzipiert sein kann. Im Vordergrund steht das Bestreben, für die rein verbale Vorlage eine audiovisuelle Entsprechung zu schaffen; daher geht es in erster Linie um eine hoch expressive Kamera- und Ton-Arbeit, um Musikalität und Rhythmus (Paul Celan: Todesfuge, 1999, Nives Widaner; Nebel, 2000, Matthias Müller. Außerdem wird auf narrative Logik (und die sich daraus ergebenden filmischen Konventionen) zu Gunsten einer lyrischen Sinnstiftung weitgehend verzichtet (wie in The Angelic Conversation, 1985, Derek Jarman). In den meisten Lyrikverfilmungen erscheint der eigentliche Text der Vorlage als von ausgebildeten SprecherInnen (meist SchauspielerInnen) gesprochene Voice-Over. Gelegentlich reduziert sich die Lyrikverfilmung auf eine filmische Meditation; in diesen Fällen geht es weniger um eine Neuinszenierung des Gedichts mit filmischen Mitteln, vielmehr erschöpft sich dort die Funktion der Bilder letztlich in der meditativen Illustration des bereits bestehenden Kunstwerks.