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madcap adventure

auch: madcap comedy; madcap film; zany comedy

Bereits 1588 findet sich das englische Adjektiv madcap – es bedeutet „wild, heftig, draufgängerisch, übermütig, frech, versponnen, absurd, verrückt, ‚durchgeknallt‘“ – in Shakespeares Komödie Love’s Labour’s Lost; das gleichlautende Substantiv meint einen verrückten, draufgängerischen Kerl oder allgemeiner eine exzentrische Person, deren Streiche und dem Anschein nach in Wirrwarr und Chaos verlaufenden Abenteuer den Zuschauer amüsieren. Filme mit madcap adventures erzählen also von solchen Charakteren und den rasant vorangetriebenen, die Verhältnisse des Alltagslebens ziemlich durcheinander wirbelnden Ereignissen und Abenteuern, in die sie verstrickt sind. Dabei können die Plots weit hergeholt und absurd-versponnen wirken; manchmal ziehen schnelle, voreilige und unbedachte Reaktionen, die als Lösungen für eigentlich einfache Probleme gedacht sind, immer größer werdende neue Probleme und Verwicklungen nach sich.
Nicht nur Klassiker des Genres wie Verfilmungen von Alice in Wonderland (mit dem Mad Hatter als Inbegriff des madcap), die Trickfilmfiguren der Looney Toons, die Komikertrupper von Monty Python’s Flying Circus und Mel Brooks mit seinen an Mack Sennetts Keystone Cops geschulten Komödien fabrizieren derartig vergnügliches Chaos, sondern auch ཁsophisticated screwball comediesཁ wie Howard Hawks‘ Bringing Up Baby (USA 1938) mit ihren Leopardenverwechslungsszenen. Auch Komödienstandards wie The Lavender Hill Mob (Großbritannien 1951, Charles Crichton) finden bis heute ihr begeistertes Publikum. Überdrehte Figuren wie das Schwulenpärchen in La Cage aux Folles (Teil 1: Frankreich/Italien 1978, Edouard Molinaro) und das psychotische Personal von Mujeres al Borde de un Ataque de Nervios (Spanien 1988, Pedro Almodóvar) sind ebenso als Belege für madcap anzusehen wie die schrillen Abenteuer des Indiana Jones-Zyklus.

Literatur: Gehring, Wes D.: Screwball comedy: a genre of madcap romance. Westport, Conn.: Greenwood Press 1986. – Landay, Lori: Madcaps, screwballs, and con women: the female trickster in American culture. Philadelphia: University of Pennsylvania Press 1998. – Sikov, Ed: Screwball: Hollywood's madcap romantic comedies. New York: Crown 1989.
 

Referenzen