Metainformationen zur Seite

maghrebinisches Kino

Der Begriff bezieht sich allein auf die geografische Zuordnung von Filmen zu einer Großregion und umfasst Produktionen aus Marokko, Algerien und Tunesien. Er dient lediglich als zusammenfassendes Ordnungskriterium, ist bewusst verallgemeinernd und unscharf und nimmt keine Rücksicht auf die kulturellen Unterschiede innerhalb des Maghreb. Darüber hinaus impliziert er die Existenz einer fremden Erzähltradition, die freilich nur aus westlicher Perspektive und nur für ein westliches Publikum fremd ist. Und: Das Etikett „maghrebinisches Kino“ ist je nach Beschreibungszusammenhang ein westliches, mit dem konsequenterweise auch nur jene Filme bedacht werden, die im Westen überhaupt in die Kinos gelangen.

Beispiele: Le Vent des Aurès (Algerien 1967, M. Lakhdar-Harmina); Les Silences du Palais (Tunesien/Frankreich 1994, Moufida Tlatli); Mekhtoub (Marokko 1997, Nabil Ayouch).

Literatur: Benali, Abdelkader: Le cinéma colonial au Maghreb: l'imaginaire en trompe-l'oeil. Paris: Ed. du Cerf 1998. – Lanza, Federica: La donna nel cinema maghrebino. Roma : Bulzoni 1999. – Leaman, Oliver (ed.): Companion encyclopedia of Middle Eastern and North African film. London [...]: Routledge 2001. – Martineau, Monique (Hrsg.): Cinémas du Maghreb. Condâe-sur-Noireau: Corlet [...] 2004.

Referenzen