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Magnastripe

Der Ingenieur Hazard E. „Buzz“ Reeves gründete 1946 seine Firma Soundcraft Corporation, die Filmmaterial, Kabel, Matern für Plattenaufnahmen, Fernsehröhren und Präzisionsgeräte für Film- und insbesondere für Tonaufnahmen herstellte und vertrieb (und die in den 1950ern zu den ersten Anbietern von Tonbändern gehörte). Reeves begann schon in dieser Zeit, sich unter Einsatz seines Privatvermögens für die höchsten Klangqualitäten bei der Tonaufzeichnung und -wiedergabe zu interessieren. Schon 1947 stellte er das Magnastripe-Verfahren vor, ein Magnet-Vollfilmverfahren, für das Soundcraft auch die Magnetbeschichtung des Filmstreifens vornahm. 1948 begannen in Kooperation mit Fred Waller, der das Vitarama- und in den späten 1940ern das Cinerama-Multiprojektions-Verfahren entwickelte, erste Experimente, die zum panoramatischen Bild auch einen panoramatischen Ton wiedergeben sollten. Er ließ dazu auf 35mm-Magnetfilmband (das „Magnastripe“ genannt wurde) drei separate Tonkanäle aufzeichnen, die drei Lautsprecher hinter der Leinwand bespielten. Da der Abstand zwischen den Boxen aber zu groß war, entstand der Eindruck von „Tonlöchern“. Erst mit sechs Kanälen – fünf für die Lautsprecher hinter der Leinwand, einen für das Tonpanorama über den Bildrand hinaus – entstand ein einigermaßen naturalistischer Ton-Szenenraum. Eine erste öffentliche Präsentation erfolgte in einer Vorstufe des Cinerama-Verfahrens, bei dem drei Bildprojektoren mit einem eigenen Tonprojektor, der das Magnetfilmband mit der unerhörten Geschwindigkeit von 145 Fuß/Minute spielte, synchronisiert waren. Nach wenigen Monaten wurde das Verfahren auf sieben Kanäle erweitert (mit denen zwei Lautsprecher links und rechts des Auditoriums bespielt wurden). Allerdings wurde Cinerama meist im 6-Kanal-Ton wiedergegeben.

Literatur: Schmidt, Edward: Commercial experiences with Magnastripe. 11. In: Journal of the SMPTE 60, April 1953, S. 463-469.