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Magnetton: Film

Magnetonbandträger wurden zuerst durch eine Kooperation zwischen AEG und IG Farben/BASF in den Jahren 1932 bis 1938 entwickelt. Anfang der 1950er Jahre führt die Filmwirtschaft drei Magnettonverfahren ein, um einen besseren Ton im Kino zu erzeugen. (1) Es handelt sich zum einen um das sieben-kanalige Cinerama, welche im September 1952 mit This Is Cinerama eingeführt wird; das System operierte mit drei Projektoren und nahm den Ton von einem vierten, synchron gehaltenen 35mm-Magnettonapparat ab. (2) Das vier-kanalige 35mm-CinemaScope-Verfahren, das mit The Robe (1953) zum ersten Mal in den Kinos gehört werden konnte. (3) Das sechs-kanalige 70mm-Todd-AO, welches mit Oklahoma (1955) seine Premiere erlebt.
Im Gegensatz zum herkömmlichen optischen/fotografischen Ton wird bei Magnetton ein Magnetstreifen direkt auf den Film links und rechts der Perforationen geklebt, auf dem der Ton als elektrisches Signal gespeichert werden kann. Mit der Einführung des Magnettons konnte zum ersten Mal auch Stereoton im Kino erzeugt werden. Doch die Kosten der Herstellung solcher Magnettonstreifen – jede Rolle musste einzeln aufgenommen und im Kino getestet werden - sowie Probleme mit der Wartung der Wiedergabeapparate führten dazu, dass Magnetton Mitte der 1970er Jahre fast wieder aus den Kinos verschwand. Mit der Erfindung des optischen Tons in den verschiedenen Dolby-Verfahren blieb der Magnetton endgültig auf der Strecke, obwohl Amateure und Avantgardefilmemacher in der 16mm- und 8mm-Produkion weiterhin Magnetton einsetzen.

Referenzen