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March of Time

„Time Marches On!“ Dies war das verbale Markenzeichen eines von der Zeitschrift Time ins Leben gerufenen Nachrichten-Magazins in Hörfunk und Kino. Im Gegensatz zu den Wochenschauen, die Dokumentarfilmmaterial zusammenschnitten, bestand The March of Time aus nachgespielten Szenen der Tagesereignisse. Die erste 30minütige Hörfunksendung wurde am 6.3.1931 vom CBS Radio ausgestrahlt: Ein Nachrichtensprecher, Orchester und zehn Schauspieler sorgten für die richtigen Töne. Die Schauspieler sprachen die Worte und äfften die Stimmen bekannter Politiker nach, garantierten damit den Publikumserfolg, obwohl die Sendung niemals einen Gewinn einbrachte. Mit einer Unterbrechung (von 1939 bis 1941) lief die Sendung bis 1945.
Am 1.2.1935 hatte die erste Nummer des March of Time-Magazins seine Kinopremiere im Capitol Theater in New York und lief dann gleichzeitig in 70 Erstaufführungstheater in ganz Amerika. Die 22minütige Ausgabe bestand fast ausschließlich aus nachgestellte Szenen, obwohl sich der Inhalt deutlich an Wochenschauen orientierte: Prinz Saionji in Japan, der britische Transportminister, der Ruhestand des Intendanten der Metropolitan Oper etc. Die Serie erschien monatlich bis zum August 1951. Produzent, Regisseur und treibende Kraft hinter March of Time war Louis de Rochemont, wichtigster Schnittmeister wurde ab März 1936 der deutsch-jüdische Cutter Lothar Wolff.

Literatur: Fielding, Raymond: The March of Time 1935-1951. New York: Oxdord University Press 1978.