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matatabi-mono

auch: matatabi no mono; von japan.: mata = „Weggabelung“ + tabi = „Reise, Wanderer [eigentlich: Socken])“ + mono = „Erzählung, Spielfilm“

Der Ausdruck lässt sich am besten mit „Geschichten von den Abenteuern eines fahrenden Glücksspielers“ umschreiben. Zum Spieler treten dann Abenteurerfiguren wie Schurken, Yakuza-Gangster, Outlaws, Samurai/Ronin der 2. Reihe und andere Fahrensleute, sogar wandernde Masseure. Thematisch liegt die Betonung auf dem Weg, das Geschehen vor der Tat, d.h. der Weg ist das Ziel. Das Subgenre des Jidai-geki-Films, eigentlich vom Beginn des japanischen Films an virulent und seit den 1920er Jahren auch mit Stilformen des Hollywoodwesterns experimentierend, spielt mit Vorliebe in der historischen Edo-Zeit (1603-1868). Bekanntere Filme, die die Motivik bereits im Titel führen, sind Matatabi Senichi-ya (Journey of a Thousand and One Nights, aka: Matabian Nights, 1936, Hiroshi Inagaki) und Matatabi (The Wanderers, aka: Errance, 1973, Kon Ichikawa). Sehr beliebt waren auch die Erzählungen von Kunisada Chuji, einem Robin-Hood-ähnlichen Samurai, dem mehrere Verfilmungen gewidmet sind. Das Genre nahm insbesondere durch die erfolgreichen Romane Shin Hasegawas (1884-1963) seinen Aufschwung. Über 70 seiner Geschichten wurden zwischen 1929 und 1940 verfilmt. Die Thematik des matatabi-mono wird im sog. nagare-mono der 1950er und 1960er Jahre fortgesetzt, jedoch nimmt auch Takeshi Kitanos Zatôôchi (Zatôichi – Der blinde Samurai, 2003) Motivelemente des Genres vom wandernden Abenteurer auf.

Literatur: Yoshimoto, Mitsuhiro: Kurosawa: film studies and Japanese cinema. Durham, NC: Duke University Press 2000, S. 231-233. – Satô, Tadao: Hasegawa Shin ron: giri ninjô to wa nani ka. Tôkyô: Chuo Koronsha 1975; Nachdr., mit neuem Nachwort, Tôkyô: Iwanami Shoten 2004.

Referenzen