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Medium ist die Botschaft, Das / the medium is the message

Die Formel „the medium is the message“ ist mediengeschichtlich mit dem Namen des kanadischen Literatur- und Medienwissenschaftlers Marshall McLuhan verbunden. Zeit seines Lebens beschäftigte diesen die Frage nach den Effekten der Medien, ihren grundlegenden psychischen und sozialen Auswirkungen. Völlig unabhängig vom Inhalt erforschte McLuhan die medienbedingten unsichtbaren bzw. schleichenden Veränderungen auf die Raum- und Zeitstrukturen und die Formen der Wahrnehmung derselben. Auf der Grundlage höchst eigenwilliger Ideen – ein Gemisch aus wilden Assoziationen, Ergebnissen der Neurophysiologie, Methoden des New Criticism, Belegen aus Literatur, Musik und popular culture – entwarf er ein wahrnehmungstheoretisches Modell, das monokausal bestimmten Medien bestimmte Wirkungen zuschreibt. Im Zentrum steht dabei der Gegensatz zwischen Druck-Schrift (die „Gutenberg-Galaxis“) und Elektrizität (das „global village“). Das „Was“, also den Inhalt eines Mediums, als vollkommen unbedeutend herauszustellen, ist und bleibt eine der antihermeneutischen Provokationen, die McLuhans Denken bis heute hervorruft und markiert den absoluten Gegenpol zur kommunikationswissenschaftlichen Inhaltsanalyse.

Referenzen