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Medizinserien

auch: Arztserien, Krankenhausserien; engl. oft: medical (serial) drama

Im Zentrum der Medizinserien stehen ein Krankenhaus, ein Medizinerteam, eine Arztpraxis, möglicherweise auch ein einzelner Arzt. Die meisten der Serien sind mittellang (45-60min). Der Erfolg der Serien beginnt kurz vor Einführung des Fernsehens mit der Kinofilmreihe über Dr. Kildare (USA 1937-42) nach Kurzgeschichten von  Frederick Schiller Faust, der eine eine US-Hörspielserie (1950-51), eine Comicserie (1962-66) sowie zwei Fernsehserien (1961-66, mit Richard Chamberlain in der Hauptrolle; 1972 ein Sequel: Young Dr. Kildare ) folgten. Meist wird City Hospital (USA 1951-53) als erste TV-Serie angesehen (mit 30min-Episoden). Medic (1954-56) ging erstaunlich genau auf medizinische Details ein. Standen hier die Mediziner im Mittelpunkt, stand die medizinische Praxis in der BBC-Serie Dr. Finlay's Casebook (1962-71) im Zentrum eines ganzen Kranzes von Geschichten der Mitglieder des Teams und manchmal sogar von Nebenfiguren. In den 1970ern kam es mehrfach zur Thematisierung konventioneller und unorthodoxer medizinischer Praktiken (etwa in den Serien Marcus Welby, M.D. und Medical Center [beide 1969-76]). Gehörten alle diese Beispiel eher dem medical drama an, entstand mit M.A.S.H. (1972-83) eine Komödie (mit gelegentlich tragischen Elementen). Spätest in den 1990ern kam es zu einer ganzen Welle von Medizinserien (darunter die US-Produktionen Northern Exposure [1990-95], ER / Emergency Room [1994-2009], Chicago Hope [1994-2000], Dr. House [2004-12] oder Grey‘s Anatomy [ab 2005], die britischen Reihen Casualty [ab 1986] und Holby City (ab 1999] oder die deutschen Produktionen Die Schwarzwaldklinik [Langfilme, 1985-89], Praxis Bülowbogen [1987-96], oder In aller Freundschaft [ab 1998]). So großes Ansehen amerikanische Serien unter Medizinern genießen (und sogar in der Ausbildung eingesetzt werden), so sehr wird insbesondere den deutschen Serien attestiert, dass sie Unterhaltungsprogramme ohne größere Kenntnis medizinischer Sachverhalte seien.

Referenzen