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melodrama of excess

dt. = exzessives Melodrama

Als melodrama of excess wird im Amerikanischen eine Variation des Melodramas beschrieben, in der das Wechselbad der Gefühle und die Umschwünge von Beziehungen mit einer maximalen Orchestrierung der formalen Parameter einhergehen: musikalische Untermalung, üppige Farbdramaturgie, emotional aufgeladene Schauplätze und Wetterlagen, Wechsel zwischen statischen und dynamischen Szenen etc. Nicht selten fallen exzessive Melodramen auf der Ebene der Handlung durch Interessensverschiebungen, Inkonsequenzen oder gar Widersprüche auf, die aber auf der Ebene des emotionalen Haushalts der Figuren durchaus gerechtfertigt sein können. Beispiele dieser Untergruppe der Melodramen, die durch die Massierung der Ausdrucksmittel und die Hyperintensivierung des Ausdrucks selbst in die Nähe des Kitsches und seiner Strategien gehört, sind D.W. Griffiths Orphans of the Storm (1921), David Leans Doctor Zhivago (1965) oder auch Daniel Schmidts ironisch-übertreibendes Spiel Hécate (Frankreich/Schweiz 1982).

Referenzen