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menacing wife

dt. = bedrohende Ehefrau

In Anlehnung an den menacing husband geprägter Begriff, obschon trotz terminologischer Nähe nur bedingt von einer Symmetrie der beiden Konzepte ausgegangen werden kann. Zwar benennen beide Figuren die Grundsituation, dass ein ahnungsloser Ehepartner durch den andern bedroht wird, und in beiden Fällen wird die bürgerliche Ehe rasch zum Ort abgrundtiefen Schreckens. Doch beim menacing husband sind zynischerweise junge und unschuldige, d.h. auf den Schutz (ihrer Männer) angewiesene Frauen die Opfer, während es menacing wives auf ihre braven, aber nicht eigentlich schutzbedürftigen Männer abgesehen haben. Frauen müssen daher oft auf andere Mittel zurückgreifen als Männer, und oft werden sie zu hysterischen Täterinnen oder gar pathologische Killerinnen. Entsprechend wird der Sicherheitsverlust der Männer als fundamentaler inszeniert als bei den bedrohten Frauen, wo derselbe Verlust meist erheblich „naturgemäßer“ daher kommt. Gleichzeitig legen menacing wife-Filme weniger Gewicht auf Sadomasochismus, was damit zu tun hat, dass für die Frauen traditionellerweise der masochistische Part reserviert ist, während den Männern in der Regel der Sadismus vorbehalten bleibt. Filme, die mit diesem Verhältnis umgekehrt umgehen, sind selten und rütteln nachhaltig an den herkömmlichen Vorstellungen von Männlichkeit (und Weiblichkeit).

Beispiele sind Cat People (Jacques Tourneur, USA 1942), Possession (Andrzej Zulawski, Frankreich/BRD 1981) oder auch Shattered (Wolfgang Petersen, USA 1990).