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Mexican stand-off

auch: Mexican standoff

Der Ausdruck Mexican Stand-Off entstammt wohl dem Cowboy-Slang Mitte des 19. Jahrhunderts und bezeichnete Schusswechsel ohne klaren Ausgang. Heute vermeint er als umgangssprachlich-dramaturgischer Terminus eine meist am Ende einer Geschichte erreichte Patt-Situation, bei der sich die Kontrahenten gegenseitig mit ausgestreckter Waffe bedrohen. Und es gilt: Der erste, der zu handeln beginnt, verliert. In Il Buono, il Brutto, il Cattivo (1966, Sergio Leone) sind drei Revolverhelden am Ende im Dreieck aufgestellt – handlungsunfähig, weil der erste, der schießt, mit hoher Wahrscheinlichkeit erschossen werden wird. Im Krimi findet sich neuerdings eine derartige Dilemma-Situation, wenn ein Verbrecher eine Geisel mit der Waffe bedroht, die Polizisten zum Niederlegen ihrer Waffen zu erpressen versucht und einer der Polizisten trotz der höchsten Gefahr für die Geisel schießt; diese Wendung entkräftet die eigentliche Patt-Situation, behauptet das Primat der Handlung über alle Wahrscheinlichkeit. Manchmal wird auch die Mexican-Standoff-Konstellation als Anlass genommen, einen vermittelten Selbstmord zu verüben; das wohl bekannteste Beispiel ist die Schlusskonstellation von Butch Cassidy and Sundance Kid (1972) – die Wiedereröffnung des Schusswechsels durch die Titelhelden ist der Augenblick ihres Todes. Höchste Beliebtheit hat die Patt-Situation am Ende von Hongkong-Actionfilmen; ein Beispiel ist John Woos Face/Off (1997), bei der fünf Personen mit sieben Waffen einander bedrohen.