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Mezhrabpom

ab 1928: Meshrabpomfilm; auch: Mezrabom-Russ, Mejrabpomfilm, Mejrabpom-Russ

1924 als Zusammenschluss des Studio Rus und der Filmabteilung der Internationalen Arbeiterhilfe gegründet, produzierte das Studio u.a. Filme von Yakov Protazanov (z.B. Aelita, 1924; Marionetki, 1934), Vsevolod Pudovkin (Mat / Die Mutter, 1926; Konets Sankt-Peterburga / Das Ende von St. Petersburg, 1927, Dezertir / Deserteur, 1933), Lev Kuleshov (Vesyolaya kanareyka / The Gay Canary, 1929). Das Studio konnte zudem den Drehbuchautoren Anatoli Lunacharsky gewinnen (Salamandra / The Salamander, 1928). In Kooperation mit Prometheus-Film (Berlin) kam es zu zwei internationalen Koproduktionen. Zu den bekanntesten Filmen der 1930er gehörte neben Grunya Kornakova (1936, Nikolai Ekk) – dem ersten sowjetischen Farbfilm – auch U samogo sinyego morya (engl.: By the Bluest of Seas, 1936, Boris Barnet).
Das Studio stand unter Kontrolle durch Sovkino, konnte sich aber eine gewisse Eigenständigkeit bewahren. 1928 wurde es in Mezhrabpom-Film umbenannt und deutlicher in Abhängigkeit der Aufsichtsbehörde gebracht. Der Ingenieur Pavel Tager entwickelte ein eigenes Tonsystem für Mezhrabpom (eingesetzt z.B. in: Putyovka v zhizn / Road to Life, 1931, Nikolai Ekk). Ab 1936 hieß die Firma Soyuzdetfilm – und wurde gleichzeitig das weltweit erste Studio, das sich auf Kinderfilmproduktion spezialisierte. Nachdem das Studio im Krieg nach Dushanbe ausgelagert worden war, zog es 1948 nach Moskau zurück – und änderte seinen Namen in Gorki-Filmstudios (genauer: Maxim Gorky Central Film Studio for Children and Youth). In den 1950ern kam die Synchronisation fremdsprachiger Filme zu den Stammaufgaben des Studios dazu. Insgesamt entstanden während der Sowjet-Zeit mehr als 1.000 Filme.
Die Gorky-Studios überstanden das Ende der UdSSR und firmieren bis heute unter dem angestammten Namen.

Literatur: Kepley, V., Jr.: The Workers' International Relief and the cinema of the left 1921-1935. In: Cinema Journal 23,1, 1983, S. 7-23. – Virmaux, Alain: Le studio Mejrabpom. In: Jeune Cinéma, 242, Mars/Avril 1997, S. 31-36.