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MGM

Die größte und bedeutendste Filmproduktion des klassischen Hollywood-Kinos – Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) - wurde im April 1924 durch eine Fusion von drei Firmen gegründet: Metro Pictures (Marcus Loew), Goldwyn Film (ohne Sam Goldwyn, der die Firma schon 1922 verlassen hatte) und Mayer Film (Louis B. Mayer). Während Mayer als Vize-Präsident und sein Produktionschef Irving Thalberg das neue Atelier in Culver City leiteten, führten Nicholas Schenk und Marcus Loew die Verleih- und Kinoparkgeschäfte der Loews Inc. in New York. Durch die Vereinigung von Produktion, Verleih und Kinos konnte MGM den Markt besser kontrollieren. Die Firma produzierte Monumentalfilme wie Ben Hur (1926), Melodramen und Actionfilme. Das Motto der Firma hieß „More stars than in the Heavens“ – und bald hatte MGM Verträge mit Lon Chaney, John Gilbert, Lillian Gish und Greta Garbo, mit dem Anfang der Tonfilmzeit gefolgt von Jean Harlow, Joan Crawford, Clark Gable, Spencer Tracy, Mickey Rooney, Luise Rainer, Judy Garland, Hedy Lamarr, Lana Turner und Gene Kelly. Nach dem Tod von Thalberg übernahm Mayer seine Aufgaben, um das Schicksal der Firma mit einer eisernen Hand zu leiten. Es entstehen Dutzende von Klassikern, u.a. Mutiny on the Bounty (1935), Gone with the Wind (1939), The Wizard of Oz (1939), Meet Me in St. Louis (1944).
Ende der 1940er Jahren erlebte MGM zum ersten Mal eine wirtschaftliche Flaute, verursacht einerseits durch finanzielle Schwierigkeiten der Loews Inc. wegen sinkender Besucherzahlen, andererseits den Druck des Justizministeriums, die Filmwirtschaft zu entflechten, was mit dem „Paramount Consent Decree“ im Jahre 1948 geschah. Im Februar 1952 musste Loews seinen Kinopark verkaufen. Im Jahre 1948 wurde Dore Schary eingestellt, um die Produktion wieder auf Vordermann zu bringen, doch es kam immer wieder zum Streit mit Mayer. Da sich Schenk weigerte, Schary zu feuern, reichte Mayer am 22.6.1951 seinen Rücktritt ein. Doch die Glanzzeit war vorbei, nicht zuletzt, weil das Studio es sich nicht mehr leisten konnte, mehr als 4.000 Personen unter Vertrag halten. Viele der alten Stars arbeiteten nur noch als Freischaffende. Im November 1956 wurde Schary entlassen. Gewisse Erfolge hatte das Studio noch mit Musikfilmen – in den 1950er Jahren drehte MGM unter der Regie von Vincente Minnelli noch einige bemerkenswerte Musicals, produzierte später dann Elvis-Presley-Filme.
Im Jahre 1969 kaufte der Hotelier Kirk Kerkorian MGM, reorganisierte die Firma und baute das MGM Grand Hotel in Las Vegas, das damals größte Hotel der Welt. Im Jahre 1973 übergab MGM den Verleih seiner Filme an United Artists, welche 1981 insgesamt mit MGM fusionierte. Ende der 1970er Jahre wurde das Culver-City-Gelände zunächst an einen TV-Produzenten verkauft, im Jahre 1991 übernahm Sony das Gelände. Zwei Jahre später wurde der gesamte Bestand von Filmen vor 1948 an Ted Turner verkauft (heute ist das Filmpaket im Besitz von AOL/Time-Warner). Im Jahre 1996 kaufte Kerkorian die Konkursmasse MGM von Crédit Lyonnais, setzte ein neues Produktionsteam ein und konnte Anfang des neuen Jahrtausends mit James-Bond-Filmen einen mäßigen Erfolg verbuchen.

Literatur: Eames, John Douglas: The MGM story. The complete history of 57 roaring years. 2nd, rev. ed., London: Octopus 1986. – Higham, Charles: Merchant of dreams. Louis B. Mayer, M.G.M. and the secret Hollywood. New York: Fine 1993. – Wayne, Jane Ellen: The leading men of MGM. New York: Carroll & Graf 2004.

Referenzen